Forschung für die Anti-Doping-Praxis: Whistleblowing über Doping im Sport
27.03.2025
Forschung für die Anti-Doping-Praxis: Whistleblowing über Doping im Sport
Das weltweit bisher umfangreichste wissenschaftliche Projekt im Feld der Whistleblowing-Forschung über Doping wurde in einem umfangreichen Transferworkshop der NADA vorgestellt.
Quelle: Adobe Stock
Die großen Dopingskandale der letzten Jahre wurden vor allem durch Whistleblower angestoßen. Dennoch ist kaum etwas über die Hintergründe bekannt, unter denen Sportlerinnen und Sportler sowie Personen aus deren Umfeld bereit sind, ihr Geheimwissen über Doping preiszugeben. Darüber hinaus hat sich das Whistleblowing über Doping im Sport mittlerweile zu einem bedeutsamen Instrument der Anti-Doping Politik entwickelt. Anti-Doping-Organisationen greifen Hinweise von Whistleblowern systematisch auf, leiten Ermittlungen ein und sanktionieren Normverstöße auf Basis von nicht-analytischen Beweisen. Bislang ist allerdings noch kaum etwas über die Entscheidungsfindungsprozesse bekannt, die zum Whistleblowing über Doping führen bekannt.
Im Forschungsprojekt von Herrn Prof. Kühnle und seinem Team wurden daher Motivationen, latente Funktionen und Eskalationsdynamiken die zum Whistleblowing führen untersucht. Übergeordnetes Ziel war es, die soziale Komplexität des Whistleblowings zum Doping im Sport besser zu verstehen und wesentliche Implikationen für die Anwendung als Anti-Doping-Strategie abzuleiten.
Vor diesem Hintergrund fand am 25. März 2025 ein Transferworkshop in den Räumlichkeiten der Nationalen Anti Doping Agentur Deutschland (NADA) statt. Neben dem Vorstand der NADA, vertreten durch den Vorsitzenden und Chef-Justitiar, Dr. Lars Mortsiefer, und Vorständin Frau Dr. Eva Bunthoff waren auch Vertretende aller NADA-Ressorts anwesend. Herr Prof. Kühnle und sein Team konnten in einem hoch interaktiven Setting ihre erzielten Ergebnisse präsentieren und potenzielle Ableitungen für die Arbeit innerhalb der Anti-Doping-Praxis diskutieren. Die präsentierten Ergebnisse wurden dabei Ressort-übergreifend als gewinnbringend und praxisrelevant angesehen.
Weitergehende Projektinformationen
Das Forschungsprojekt stellte eine Zusammenarbeit zwischen der Technischen Universität Darmstadt (Prof. Felix Kühnle, Projektleitung), der Arctic University of Norway (Prof. Marcel Reinold, Projektpartner) und der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd (Prof. Jochen Mayer, Projektpartner) dar. Es wurde in Kooperation mit der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) Deutschland durchgeführt und vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) gefördert.
Erste Ergebnisse wurden bereits in der Publikation veröffentlicht:
Kühnle, F., Reinold, M., Reich, L. T. & Mayer, J. (2024). In R. Kölbel (Hrsg.), Whistleblowing. Band 2. Normative Perspektiven (S. 365-393). C. F. Müller Wissenschaft.
Weitere Publikationen dieses herausragenden Projekts sind derzeit in Vorbereitung.
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